Jeder Mensch ist einzigartig und psychisches Leid äußert sich bei jedem Menschen anders.

Indikationen

Psychisches Leid gehört zum Leben dazu, auch wenn das in unserer „Feelgood“-Kultur gerne verschwiegen wird. Es kann im Leben nicht immer nur bergauf gehen und Krisen, Verluste, Enttäuschungen oder Trennungen sind genauso Bestandteile des Lebens wie Erfolge, Momente des Glücks oder der Erfüllung.

Manchmal können psychische Erkrankungen ohne erkennbare Ursache, wie aus heiterem Himmel, entstehen. Häufig entwickeln sie sich, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, chronischen Stress oder traumatische Belastungen zu kompensieren. Sind Ihre Bewältigungsressourcen erschöpft, haben sich bei Ihnen möglicherweise psychische Symptome oder Störungen entwickelt:

Angststörungen

Würden wir ohne Angst leben, wären wir in großer Gefahr! Die natürliche Funktion der Angst ist es nämlich, uns zu schützen und vor Risiken zu bewahren, ganz wie ein persönlicher Bodyguard. Manchmal entwickelt sich jedoch eine starke Angst vor ungefährlichen Situationen (z.B. Menschenansammlungen, Auto oder Aufzug fahren, geschlossene Räume etc.). Unser Bodyguard ist dann übervorsichtig und schlägt bei den geringsten Anzeichen von Unbehagen Alarm. Wir verwechseln dann Angst mit Gefahr und die befürchteten Situationen werden nach Möglichkeit vermieden. Es kommt leicht ein Teufelskreis in Gang, bei dem sich Angsterleben und Meideverhalten immer weiter aufschaukeln. Der Begriff Angst kommt von „Enge“, denn Ängste schränken das Leben der Betroffenen immer mehr ein, bis im Extremfall die eigene Wohnung gar nicht mehr verlassen wird.

Nach dem Inhalt der Befürchtungen unterscheidet man:

  • Soziale Phobien, bei denen eine ausgeprägte Angst besteht, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich vor anderen Menschen peinlich oder erniedrigend zu verhalten.
  • Agoraphobie und Panikstörung: Hier steht die Angst vor der Angst und vor Panikattacken im Vordergrund.
  • Ängste (Phobien) vor bestimmten Tieren (Hunde, Insekten etc.), Objekten oder Situationen (z.B. Aufzüge, enge Räume).
  • Generalisierte Angststörung, bei der ständige übertriebene Sorgen und Anspannung im Vordergrund stehen.

Bereits seit den frühesten Anfängen der Verhaltenstherapie wurden Angststörungen mit großem Erfolg behandelt, es bestehen gute Chancen auf ein Abklingen der Symptomatik.

Depressive Störungen

Depressionen sind nicht mit Traurigkeit zu verwechseln und durch eine gedrückte Stimmung, Antriebsmangel, Lust- und Interesselosigkeit gekennzeichnet, außerdem sind Schlaf- und Konzentrationsstörungen häufig. Die Betroffenen trauen sich nichts mehr zu und haben jegliche Hoffnung auf Besserung verloren. Das Selbstwertgefühl ist am Boden.

Depressive Erkrankungen können chronisch verlaufen, einmalig oder sich wiederholend auftreten und reichen von leichten Befindensstörungen bis hin zur (vorübergehenden) Unfähigkeit, den eigenen Alltag zu strukturieren. Depressive Zustände können sehr quälend sein und daher kommen Suizidgedanken oder -Impulse häufig vor. Die moderne Verhaltenstherapie ist das Mittel der Wahl bei depressiven Erkrankungen, bei schweren Formen einer depressiven Erkrankung ist eine medikamentöse Mitbehandlung oder eine stationäre Behandlung angeraten.

Burnout

Burnout („Ausbrennen“) ist eher ein „Weg in die psychische Erkrankung“ als eine psychische Erkrankung selbst. Burnout im engeren Sinne meint eine dauerhafte (nicht unbedingt) arbeitsplatzbezogene Überlastung, die oft mit depressiven Symptomen wie Hilflosigkeitserleben und Schlafstörungen einhergeht. Häufig bestehen daneben Angstsymptome und eine Erschöpfung auch nach geringer Anstrengung sowie die Unfähigkeit zur Erholung an Wochenenden und in Arbeitspausen, manchmal auch Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Am Ende können totale Erschöpfung, Depression und suizidale Krisen stehen. Mit Hilfe der (kognitiven) Verhaltenstherapie können Sie Ihren Weg aus dem „Hamsterrad“ in ein erfülltes Berufs- und Privatleben finden.

Essstörungen

Bei den Essstörungen unterscheidet man hauptsächlich die Anorexia Nervosa und die Bulimia Nervosa. Das Leben der Betroffenen dreht sich vor allem um das Essen und die Angst vor Gewichtszunahme. Während Menschen mit Anorexie stark untergewichtig sind (bis hin zu lebensbedrohlichem Untergewicht) und nur sehr eingeschränkt essen, stehen bei der Bulimie eine Gier zu essen und „Gegenmaßnahmen“ wie Erbrechen oder übermäßiges Sporttreiben im Vordergrund. Heißhungerattacken und Gegenmaßnahmen können aber auch bei der Anorexie auftreten. Essstörungen sollten unbedingt und so früh wie möglich behandelt werden, denn unbehandelt können Stoffwechselstörungen und Organschäden auftreten. Voraussetzung für eine ambulante Psychotherapie ist ein BMI von mindestens 15, ansonsten muss zunächst eine stationäre Therapie erfolgen. Die Verhaltenstherapie hat bei Essstörungen ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt.

Zwangsstörungen

Zwänge sind sehr belastend und werden aus Scham häufig verheimlicht. Es bestehen quälende Zwangsgedanken, häufig mit aggressiven, blasphemischen oder sexuellen Inhalten, Zwangshandlungen (z.B. Wasch- oder Kontrollzwänge sowie bestimmte Rituale, die zur Angstreduzierung eingesetzt werden) oder beides. Die Verhaltenstherapie bietet, manchmal in Kombination mit einer medikamentösen Therapie, die besten Chancen auf eine nachhaltige Reduktion der Symptome.

Somatoforme Störungen

Falls Sie unter körperlichen Beschwerden leiden, denen jedoch keine körperliche Erkrankung zugrunde liegt, leiden Sie möglicherweise unter einer somatoformen Störung. Als Ursachen der häufig wechselnden Symptome werden psychische Belastungen, Stress und zwischenmenschliche Konflikte angenommen. Es kommen Herz-Kreislaufbeschwerden (z.B. Brustschmerzen, Herzstechen), Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall) und Schmerzen wie Rücken- und Muskelschmerzen vor. In der Verhaltenstherapie lernen Sie, körperliche Symptome anders wahrzunehmen und zu interpretieren und wieder Vertrauen in Ihren Körper zu gewinnen.

AD(H)S

Kennzeichnend sind eine Unfähigkeit, sich länger auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, körperliche (oder innere) Unruhe, häufig gepaart mit einer hohen Impulsivität, leichten Ablenkbarkeit und Unorganisiertheit. Die Betroffenen sind beruflich oder schulisch nicht so erfolgreich, wie man es aufgrund der Intelligenz vermuten würde, sie besitzen nur eine geringe Frustrationstoleranz und zeigen häufig ein Muster von Anstrengungsvermeidung. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung kommt mit oder ohne Hyperaktivität vor. Durch die Verhaltenstherapie (in Verbindung mit Meditation und manchmal auch Medikation) können die Probleme gezielt angegangen werden.

Interaktionelle Probleme

Wenn Sie immer wieder sehr ähnliche negative Erfahrungen mit anderen Menschen machen und Ihre Beziehungen vorwiegend von Konflikten, Streit, Enttäuschungen und Frustration geprägt sind, dann leiden Sie unter interaktionellen Problemen. Manchmal werden die Schwierigkeiten, mit sich und anderen klarzukommen, mit dem problematischen Begriff „Persönlichkeitsstörungen“ bezeichnet. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sie als zur Person gehörig wahrgenommen werden und nicht etwa wie eine Zwangs- oder Angststörung als etwas „Fremdes“. Die Schwierigkeiten sind situationsübergreifend und bestehen mindestens seit dem frühen Erwachsenenalter. In der Verhaltenstherapie können die problematischen interaktionellen Muster bewusst gemacht und Schritt für Schritt verändert werden, um wieder zu befriedigenden Beziehungen zu PartnerInnen, FreundInnen, NachbarInnen und Kolleginnen zu kommen.

Sonstige in unseren Praxen behandelte Störungen

 Autismus

 Stoffgebundene und stoffungebundene Sucht (z.B. Computerspielsucht)
 Nach dem Erstgespräch ist vor Aufnahme einer Psychotherapie zwingend eine Suchtberatung erforderlich!

 Psychotische Störungen (z.B. Schizophrenie)

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