Eine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter bringt für viele Menschen zunächst Erleichterung. Plötzlich ergeben Schwierigkeiten, die über Jahre als persönliches Versagen erlebt wurden, einen Zusammenhang. Gleichzeitig tauchen oft neue Fragen auf: Was bedeutet die Diagnose eigentlich? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und wie lässt sich der Alltag mit ADHS besser gestalten?
Um Sie nach einer ADHS-Diagnose zu unterstützen, bieten wir eine ambulante ADHS-Kurzgruppe für Erwachsene an. Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die bereits eine ADHS-Diagnose erhalten haben und sich fundiertes Wissen, Austausch sowie praktische Anregungen für den Umgang mit ADHS wünschen.
Die Kurzgruppe umfasst vier Termine zu je 100 Minuten und verfolgt einen psychoedukativen Ansatz. Das bedeutet: Sie erhalten wissenschaftlich fundierte Informationen über ADHS im Erwachsenenalter, lernen hilfreiche Strategien kennen und bekommen Gelegenheit, diese anhand praktischer Übungen auf Ihre persönliche Situation zu übertragen.
Dabei handelt es sich nicht um eine Psychotherapie, sondern um ein ergänzendes Unterstützungsangebot. Die Teilnahme wird von der Krankenkasse übernommen.
Im ersten Termin beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der ADHS im Erwachsenenalter. Was passiert eigentlich im Gehirn? Welche typischen Merkmale gibt es? Und welche Missverständnisse halten sich hartnäckig?
Neben den Herausforderungen thematisieren wir auch, welche Stärken mit ADHS verbunden sein können. Dazu gehören Kreativität, Begeisterungsfähigkeit oder die Fähigkeit, in bestimmten Situationen besonders flexibel zu denken.
Nicht jede Unterstützung passt zu jeder Person. Deshalb gibt dieses Modul einen Überblick über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und alltagsnahe Strategien.
Themen sind unter anderem:
Medikamente: Möglichkeiten und Grenzen
Psychotherapie
Selbsthilfegruppen
praktische Alltagshilfen und Selbstmanagement
Umgang mit Vorurteilen gegenüber einer Behandlung
Viele Erwachsene mit ADHS berichten von wiederkehrenden Misserfolgserlebnissen oder dem Gefühl, den eigenen Ansprüchen oder denen anderer nicht gerecht zu werden. Solche Erfahrungen können den Selbstwert nachhaltig beeinflussen.
In diesem Modul wird der Zusammenhang zwischen ADHS und Selbstbild beleuchtet. Wir richten den Fokus bewusst auf vorhandene Stärken, Fähigkeiten und gelungene Erfahrungen. Übungen helfen, einen differenzierteren und wertschätzenderen Blick auf die eigene Person zu erlangen.
Viele Menschen mit ADHS erleben Emotionen besonders intensiv. Reizüberflutung, Impulsivität oder starke emotionale Reaktionen können den Alltag erschweren.
Im letzten Modul geht es darum, besser zu verstehen, warum Gefühle bei ADHS häufig so intensiv erlebt werden und welche Strategien helfen können, in belastenden Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Gemeinsam werden unter anderem Methoden zur Emotionsregulation, kurze Entspannungsübungen sowie ein individueller Notfallplan für besonders herausfordernde Situationen erarbeitet.
Die Gruppe richtet sich an Erwachsene mit einer bereits gesicherten ADHS-Diagnose, die ihr Wissen über ADHS erweitern und erste hilfreiche Strategien für den Alltag kennenlernen möchten.
Die Kurzgruppe ersetzt keine Psychotherapie, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen oder eine gute Orientierung nach einer Diagnosestellung bieten. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und festzustellen, mit den eigenen Erfahrungen nicht allein zu sein.
Bei Fragen zur Teilnahme oder zum Ablauf sprechen Sie uns gerne an. Wir informieren Sie gerne über die nächsten Termine und die Anmeldung.